Pilgerwege der Skandinavier nach Rom

Die Reisen der Nordländer nach Rom – ob Dienstreise oder Pilgerreise, setzten insbesondere mit dem Beginn der Christianisierung der nordischen Länder ein, meist von Island ausgehend, das wohl das letzte europäische Land war, das von christlichen Missionaren bereist wurde.

 

Routen durch Mitteleuropa

Solche Reisen, wie die des Abtes Nikulas von Munkabvera ( die ältere Forschung spricht von N. v. Saermundarson), sind manchmal dokumentiert und überliefert. Oft erfährt man auch nur aus der Isländischen Sagenwelt über Reisen nach Rom. Nicht zuerst anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2011, bei der Island im Mittelpunkt stand, werden Island Sagas von der Forschung als ernstzunehmende historische Quellen angesehen, auch weil sie Hinweise auf Reisewege geben, auch Hinweise auf solche von Island nach Rom.

Schon in den 1930 Jahren befasste sich Otto Springer in seiner Monografie  „Mediaeval Pilgrim Routes from Scandinavia to Rome“ sehr ausführlich mit dem Thema. Wohl fast alle heutigen Romwegforscher beziehen sich in ihren Arbeiten auch auf die Monografie von Springer, in der er unterschiedliche Hauptwege der Nordländer nach Rom beschrieb. Aktueller ist deswegen die Untersuchung von Simek „Altnordische Kosmographie: Studien und Quellen zu Weltbild und Weltbeschreibung in Norwegen und Island vom 12. bis zum 14. Jahrhundert“, in dem Springers Untersuchung der Romreisewege der Isländer ebenfalls thematisiert ist.

Abgesehen von der kompletten Reise mit dem Schiff nach Italien und der Via Francigena (auf der man nach der Anlandung in England oder der Normandie nach Rom reiste) und die Springer als "Westweg" bezeichnete, gab es drei weitere Hauptwege durch West- und Mitteleuropa nach Rom, die alle als „Ostwege“ bezeichnet werden.