„Viele Wege führen nach Rom“

Alle Welt pilgert...

....nach Santiago de Compostella, so scheint es. Seit mehr als 25 Jahren wird diese uralte Pilgerfahrt  immer beliebter und zieht immer größere Kreise. 
 
Wer ist eigentlich auf den Jakobuswegen unterwegs und warum? Sind es nur Gläubige, sind es auch Leute, die auf Pilgerwegen meditativ wandern? Sind es Menschen,die die Landschaften auf den alten Routen erleben möchten, die sich für die Kultur und alte Bauwerke interessieren und denen es Freude macht, auf den Spuren unserer Urahnen zu wandeln?

Sicher lassen sich die Gründe heute so wenig wie damals voneinander trennen.

Durch die große Anzahl der Jakobusweg-Literatur und Berichte in den Zeitungen geraten andere bedeutende  Pilgerfahrten heute etwas in Vergessenheit. Sicher, diese Pilgerbewegung ab dem 11. Jahrhundert war gewaltig. Doch nicht jeder pilgerte nach Santiago de Compostella. Schon viel früher führten Pilgerfahrten nach Jerusalem, Rom, Aachen, Fulda und zu anderen Orten.

Jerusalem und Rom waren ursprünglich die Haupt-Pilgerorte des Mittelalters. Doch mit dem Ende der Kreuzzüge, die auch eine Form der Pilgerfahrt waren, war die Pilgerfahrt nach Jerusalem nur noch unter sehr erschwerten Bedingungen möglich und sehr gefährlich. Deswegen trat Jerusalem vorübergehend in den Hintergrund und Rom, das früher für viele Wallfahrer schon am Pilgerweg nach Jerusalem lag und quasi „auf dem Weg mitgenommen wurde“, trat an seine Stelle.

Durch den "Heiligen Krieg" gegen die Araber in Spanien, in dem nach der Überlieferung der schon viele Jahrhunderte tote Jakobus der Ältere entscheidend eingegriffen haben soll, kam nun die Pilgerfahrt nach Santiago hinzu.

Als die Pilgerfahrt nach Jerusalem wieder möglich wurde, waren Jerusalem, Rom und Santiago de Compostella die "Peregrinationes maiores", die Haupt-Pilgerorte.