Die Jakobspilgerfahrt

Hinweis: Die Inhalte werden  nach und nach ergänzt

Kennzeichen der Jakobspilger war (und ist)  die Jakobsmuschel, die an der Kleidung sichtbar getragen wurde. Allerdings war die Jakobsmuschel zu bestimmten Zeiten das generelle Zeichen für alle Pilger, egal auf welchem Pilgerweg sie unterwegs waren.

Entlang der Reiserouten der Jakobspilger, die von der Nord- und Ostseeküste durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz  zogen, entstanden Pilgerhospize. An vielen Kirchen nichtn nur entlang der Jakobswege sieht man noch heute das in Stein gemeißelte Zeichen der Jakobsmuschel.

Der sog. Codex Calixtinus enthält einen Pilgerführer, den Liber Sancti Jacobi. Er gilt als der klassische Pilgerführer für die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostella und ist in Reimform abgefasst. 
„Wer das ellend bawen wil -  der heb sich auf und sei mein gsel - wol auf Sant Jacobs Strassen-  zwei pa schuch der darf er wol - ein schüssel bei der flaschen - ein breiten hut den sol er han - und on mantel sol er nit gan - mit leder wol besatzet - es schnei es regn es wehe der wind -  dass in die luft nit netzet. (Auszug)

Neben der Reisebeschreibung und Verhaltenstipps werden im Liber Sancti Jakobi  auch Hinweise für die zweckmäßige Bekleidung auf der Pilgerfahrt gegeben:

Ein breitkrempiger Allwetterhut, ein regenfester  weiter Umhängemantel - die Pelerinage, eine an einem langen Riemen über der Schulter zu tragende Ledertasche, der Pilgerstab als Stütze und als Hilfe im unwegsamen Gelände.

Den Liber Sancti Jacobi gab es übrigens nicht als frei erhältliche gedruckte Ausgabe; seine Inhalte und Verhaltensregeln wurden wohl mündlich weitergeben.Er blieb bis zum Erscheinen des Führers von Kunig von Vach der einzige Pilgerführer nach Santiago de Compostella.

1495 erschien erstmals ein gedruckter Pilgerführer für die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela „die walfart und Straß zu sanct Jacob“.  Der mit zahlreichen Holzschnitten ausgestattet Pilgerführer besticht durch eine besondere Genauigkeit zu den Angaben hinsichtlich der Etappen. Er enthält Hinweise zur Strecke, zu Verpflegung, Unterkünften und Wirten, zu Zöllen und den benötigten Währungen. Er gibt sogar Orientierungshilfen für Weggabelungen, Berge, Schlösser, Brücken, Fähren und Ratschläge, wie man Proviant und Geld sparen kann, oder wo eine günstige Unterkunft zu finden ist. Auch findet sich die persönliche Beurteilung des Autors über die eine oder andere Unterkunft. In kurzer Zeit erschienen zahlreiche Nachdrucke.

Der Mönch beginnt mit seiner Reisebeschreibung beim Kloster Einsiedeln in der Schweiz, einem wichtigen Bündelungspunkt europäischer Jakobswege. Die Beschreibung des Rückweges endet in Aachen, das die Jakobswege aus den Niederlanden und dem Norden Europas bündelte.