Altstraßenforschung- ein Zweig der Heimatforschung

Die Altstraßenforschung ist ein Zweig der Heimatforschung, der sich nur selten auf urkundliche Belege stützen kann. Insbesondere wenn es um Verkehrswege aus der Vor- und Frühzeit geht, kann man oft nur Hypothesen erstellen oder vergleichbare Verkehrswege in anderen Gegenden heranziehen. 

Doch haben sich durch vergleichende Beobachtungen aus unterschiedlichen Gebieten im Laufe der Zeit Grundsätze entwickelt, die bei der Altstraßenforschung durch aus anzuwenden sind. Einer der wichtigsten Grundsätze ist, dass vor- und frühzeitliche Straßen als Hochstraßen oder Höhenwege verliefen. Man geht im Übrigen davon aus, dass die frühen Hochstraße über den Bau der Chausseen im 18. Jhd. hinaus bis zum Kunststraßenbau im 19. Jhd. weiter genutzt worden sind.

Heute sind so ziemliche alle frühen Handels-, Heer und Poststraßen erforscht, wengleich es bei deren genauen Verläufen im Gelände oftmals große Lücken gibt. 

Für den heutigen Altstraßenforscher bleibt deswegen oftmals nur die Suche im Gelände nach Altstraßenrelikten, die es allerdings zahlreich in unseren Wäldern und an den Feldrändern gibt.

Ihre Einordnung, ob Ortsverbindung, Teil einer regionalen oder sogar überregionalen Straße, ergibt sich danach aus den alten Urkunden.

Besonders in den Gebieten an den politischen Grenzen gibt es oft noch einer Menge zu tun, da die Arbeit früherer Heimatforscher oft dort aufhörte. Dies gilt ganz besonders für die Gebiete an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, wo es ebenfalls noch Nachholbedarf gibt. Denn auch für Altstraßenforscher war die Grenze nicht durchgängig und in den Sperrgebieten konnte nicht geforscht werden. 

So ist es manchmal verblüffend, wenn man die Forschungsergebnisse "hüben und drüben" miteinander vergleicht. Auch für das Gebiet Unterfrankens, besonders der Rhön, deren Verkehrswege mit denen des Thüringer Waldes verknüpft waren.