Das ist der Romweg von meylen zu meylen ...

Eine sehr erfolgreiche Karte

Mit Etzlaubs sehr erfolgreicher Karte – sie wurde im gleichen Jahr noch weitere Male neu aufgelegt - wird deutlich, dass sich im Deutschen Reich durch das Mittelalter hindurch eine Veränderung in der Straßenlandschaft vollzogen hatte. Denn in Etzlaubs Karte fehlt u.a. der Stader Rompilgerweg des Abtes Albert, auf dem man fast direttissima von Nord nach Süd gelangen konnte.  

Im Deutschen Reich waren die uralten Straßen in den Hintergrund gerückt, die Nord und Süd, Ost und West direkt verbanden. An ihre Stelle traten  hinsichtlich ihrer Bedeutung die Straßen, auf denen der Haupthandelsverkehr, der Verkehr zwischen den Hansestädten im Norden und den Messestädten im Osten und Süden bevorzugt abgewickelt wurde. Die Benutzung dieser Straßen war z.T. wegen der fiskalischen Abgaben wie Steuern, Zoll und Geleitsgebühren vorgeschrieben, was jedoch nur auf den Warentransport zutraf. Pilger und sonstige Passanten hätten durchaus andere Straßen wählen dürfen, was sicherlich auch häufig geschah. 

Der Vergleich von Etzlaubs Rompilgerwegen mit den Routen, die Herbert Krüger in seinem Werk über "Das älteste deutsche Routenhandbuch - Jörg Gails Raissbüchlein" zusammengestellt hat, macht deutlich, dass sie ausnahmslos mit den damaligen Haupthandelsstraßen zusammenfallen.

Es sind also keine „offizielle“ Romwege, sondern Vorschläge, auf welchen Routen man am besten nach Rom reisen konnte. Was sicher auch seine positive Seite hatte wenn man sie befolgte, denn die höhere Verkehrsfrequenz und stärker ausgeprägte Infrastruktur entlang der Handelsstraßen war auch für die Pilger von Vorteil.