Fahrradtourismus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert

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Die Straßenprofilkarte

Die besondere Eigenheit der „Straßenprofilkarte“ ist es, dass die Karte die Höhenprofile der jeweiligen Straßenabschnitte abbildet. Um das zu erreichen, hat man die Höhenangaben am Beginn und Ende des jeweiligen Straßenabschnittes eingetragen und ist bei der Darstellung des Verlaufs der Straßen vom tatsächlichen abgewichen.

Man hat einfach das Höhenprofil als Straßenverlauf genommen.

Am Beginn und Ende der jeweiligen Strecke hat man eine  X- und eine Y-Achse  angefügt, sodass dadurch für jeden Straßenabschnitt ein Höhenprofil zur Verfügung steht. Oder man hat dort, wo es möglich war, Beginn und Ende direkt miteinander verbunden um kam zu den gleichen Ergebnis.

Dies konnte man aus Platzgründen  jedoch überwiegend nur bei Chausseen und nur ganz selten für „gebaute Wege“ machen.  Um die Steigungen in den Höhen profilen auch ausmessen zu können, enthält die Karte einen speziellen Maßstab für die Höhen.
 

Die beiden Kartenausschnitte unten zeigen annähernd den gleichen Ausschnitt der Gegend zwischen Ohrdruf und Arnstadt. Während der obere Ausschnitt der Straßenkarte entstammt und die damaligen Verbindungen darstellt, entstammt der untere Ausschnitt der „Straßenprofilkarte“.

Für das gleiche Thüringer Gebiet gab es neben der Karte A. mit den Straßenprofilen noch die „Ausgabe B. in Landkartenmanier“ sowie die „Ausgabe C. in Planprofilmanier“.

Und man findet noch eine weitere Ähnlichkeit mit den heutigen ADFC-Karten: Der Verlag gibt an – sicher auch aus Gründen der Werbung – dass die Karte

Nach den neuesten offiziellen Unterlagen, unter Mitwirkung der Gauverbände des Deutschen Radfahrerverbandes und der Consulate der Allgemeinen Radfahrerunion bearbeitet und herausgegeben“ wurde. „Etwaige Mängel möge man geflissentlich der Druckfirma melden“.