Das Stader Itinerar

(2) Die Rückreise von Italien über Österreich nach Deutschland

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Herbert Krüger, durch seine  Arbeiten über Altstraßen, besonders aber durch sein Buch über „Das älteste Deutsche Routenhandbuch, Jörg Gails Raissbüchlin“ bekannt, hat in den Jahren 1956 und 1957 eine umfassende Untersuchung des Stader Itinerars veröffentlicht.

Krüger untersuchte auch den Rückreiseweg des Abtes von Rom. Zwischen Innsbruck und Augsburg folgt die Route des Abtes zunächst der alten "Rottstraße", dem Handelsweg Augsburg-Venedig. Diese Handelsstraße verlief ab Schongau im Zuge der römischen Via Claudia Augusta, die damals wohl noch in Teilen bis nach Donauwörth erhalten war. 

Ab Donauwörth folgte die Stader Route der Handelsstraße Augsburg - Würzburg bis Rothenburg. Diese Route entspricht bis Rothenburg der heutigen Romantischen Straße. Von Rothenburg bis Würzburg ist sie mit den Stationen Aub und Ochsenfurt auch in Jörg Gails „Raissbüchlin“ als Handelsstraße aufgeführt.

Der hier besprochene Rom-Pilgerweg des Abtes war dessen  Rückweg von Rom. Jedoch wird die Bedeutung dieser seiner Rückreiseroute durch ein isländisches Itinerar deutlich verstärkt: In seinem Almanach "Hauksbók",  der vermutlich aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammt,  beschreibt Haukr Erlendsson aus Island mit kleinen Unterschieden in der Routenführung die gleiche Route als den Weg nach Rom. 

Im Unterschied zu anderen zeitgenössischen Quellen, bei denen die einzelnen Etappen der Reise in der Reiseschilderung enthalten ist und quasi erst herausgefiltert werden muss, ist das Stader Itinerar des Abtes „literarischer Selbstzweck“. Albert nennt, anders als andere Reisende, die ihren Bericht in Tagesreisen aufgeteilt und abgefasst haben, Stationen am Reiseweg mit den  - sehr unterschiedlichen - Entfernungen untereinander in Meilen zwischen den einzelnen Orten. Es ist die Vorwegnahme des heutigen “Roadbooks“, mit dem häufig Wander- oder Fahrradrouten beschrieben werden.

Die Form des Zwiegespräches bot darüber hinaus die Möglichkeit, auch Hinweise auf die Routen, auf Sehenswürdigkeiten und andere Besonderheiten sowie auf die Eigenarten der Menschen im fremden Land oder auf Gefahren hinzuweisen.

Sein Itinerar ist in den beiden Chroniken aus den 1250er Jahren als fiktives Gespräch enthalten.